Energie sparen ? Tu das bloß nicht !

Wenn Du denkst, Abenteuer sind gefährlich, dann versuch‘s doch mal mit Routine.

Die ist tödlich.

(Paulo Coelho)

 

So, fürs Erste hoffe ich, mit diesem politisch unkorrekten Titel Deine Aufmerksamkeit für ein paar Minuten gecatcht zu haben.

 

Zu Zeiten, in denen man überlegt, ob man den Weg zur Tankstelle nicht besser zu Fuß absolviert und der Begriff Nebenkosten Titelfavorit auf das Unwort des Jahres ist, spüre ich natürlich bis hierher Dein Kopfschütteln, Dein Unverständnis, vielleicht sogar einen Anflug von Wut, beim Lesen eines solchen Spruches.

Dabei kann ich Dir eines versichern: der verantwortungsvolle Umgang mit unseren Ressourcen ist ein Thema, welches bei mir weit oben steht, einerseits im Blick darauf, welche Art von Planeten wir den nächsten Generationen überlassen wollen und zudem auch beim täglichen Haushalten mit dem vorhandenen Budget.

Eben deshalb ist es mir umso wichtiger, Dich heute dafür zu sensibilisieren, mit einem Energieverbraucher nicht sparsam umzugehen. Dieser besondere Verbraucher befindet sich nicht in Deiner Garage oder Deinem Heizkeller, sondern zwischen Deinen Ohren !

 

Dazu will ich Dir einen wissenschaftlichen Sachverhalt mal brutal unwissenschaftlich, aber dafür verbraucherfreundlich verständlich herunterbrechen: 

Vom täglichen Energiebedarf unseres Körpers werden alleine 25 % durch das Großhirn verbraucht - also ein Viertel des Tagesverbrauchs von nicht einmal zwei Prozent unseres Körpergewichts.

Ganz schön stattlich und somit ist es naheliegend, dass unser Gehirn als verantwortungsbewusster Verbraucher checkt, wie es das gefälligst zu optimieren hat.

So wie wir Alltags-Energiesparer das mit sparsamen Autos und Heizungen angehen, so heißen die Energiesparer unseres Großhirns dann beispielsweise:

 

- oberflächliches Denken

- Zurückgreifen auf bewährte Muster

- Sicherheit und Stimmigkeit

- Routinen

 

Man verwendet dafür dann gerne auch so hochwissenschaftliche Fachbegriffe wie Trägheit, innerer Schweinehund, Phlegma, usw.

Unser innerer Bewahrer meint es mit solchen Sparmaßnahmen also erstmal definitiv nur gut, doch wie so oft, ist das Gegenteil von GUT in vielen Fällen eben GUT GEMEINT.

 

Somit erscheint unserem energiebewussten Großhirn also alles mal prinzipiell gefährlich und mit Vorsicht zu genießen, was hier für noch mehr Energieverbrauch sorgen könnte, wie z.B.

 

- neue Gewohnheiten

- persönliche Weiterentwicklung

- Transformation

- gravierende berufliche oder private Neuerungen 

- Erlernen von etwas Neuem

 

Was es leider nicht wissen kann ist, dass eine zunächst höhere Energieinvestition für solche Aktivitäten kurz-, mittel- und langfristig eine Basis für ein Vielfaches an Energiegewinnung und anderweitiger Energieersparnis für unser Mindset bedeutet.

Was gerne auch untergeht ist, dass Erlebnisse, welche sich auf einem solchen Weg als Problem anfühlen, noch nicht ausgepackte Geschenke sind und das angebliche Fehler keine  Energieverschwender, sondern Entwicklungspotentiale darstellen.

 

Wenn Du also mal wieder spürst, dass Dich bei einer Entscheidung, etwas anzugehen, ein solcher, Dir bekannter und vertrauter Widersacher hochploppt, dann geißele Dich mal nicht mit Selbstvorwürfen zum viel zu oft missbrauchten armen inneren Schweinehund, sondern lass Dir mal diesen biologischen Sachverhalt so richtig unbiologisch-unwissenschaftlich im Großhirn zergehen.

 

Das Schlusswort überlasse ich heute dem von mir so geschätzten Dr. Stefan Frädrich, welcher das Beschriebene nochmal so richtig schön auf den Punkt bringt:

 

Fragst Du Dich, was Risiko kostet ?

Frag Dich eher, was Trägheit kostet.